NLA bildet für einmal den Auftakt der Rado Interclub-Saison

28. July 2020, 9:15

NLA bildet für einmal den Auftakt der Rado Interclub-Saison

Belinda Bencic, aktuelle Weltnummer 8, wird im Rado Interclub der NLA für Titelverteidiger Chiasso an den Start gehen. 

Normalerweise ist die Teammeisterschaft der Nationalliga A (NLA) im Rado Interclub der fulminante Schlusspunkt jeder Saison. Corona-bedingt bildet sie dieses Jahr vom 28. Juli bis 4. August jedoch den Auftakt, die Finalrunde im LTC Winterthur wird am Wochenende des 8./9. August durchgeführt. In der hochkarätig besetzten Meisterschaft stechen vor allem die Weltnummer 8, Belinda Bencic (N1.1), die Deutsche Laura Siegemund (WTA 65) sowie bei den Herren der Spanier Pablo Andujar (ATP 53) und der Franzose Pierre-Hugues Herbert (ATP 71) als bestklassierte Athleten heraus. Absteiger wird es in diesem Jahr keine geben, auf dem Papier lassen die Kaderlisten jedoch auf ein spannendes Titelrennen schliessen.  

Je sechs Teams bestreiten in der höchsten nationalen Liga im Rado Interclub die diesjährige NLA-Saison, die für einmal keinen Absteiger hervorbringen wird. Swiss Tennis hatte im Juni einem Antrag der beteiligten Teams zugestimmt, um den Clubs einerseits Planungssicherheit für 2021 zu bieten und andererseits die aufgrund der Corona-Pandemie reduzierten Budgets zu entlasten. Aus diesem Grund setzen die Teams in dieser sehr gut besetzten Meisterschaft auch vermehrt auf einheimische Spielerinnen und Spieler. Da die später im August beginnenden NLB weiterhin einen Aufsteiger stellt, wird für 2021 eine Modusanpassung ins Auge gefasst. Eine Entscheidung dazu wird jedoch erst im Herbst fallen.

2019 siegte bei den Herren der TC Genève Eaux-Vives, ein ambitionierter Titelanwärter ist in dieser Saison jedoch auch der Aufsteiger TC Sonnenberg aus Zürich, der den abgestiegenen TC Nyon ersetzt. Da bei den Damen der TC Nyon freiwillig abstieg, gehören neu der TC Zofingen und TC Hörnli Kreuzlingen der obersten Liga an. Titelverteidiger bei den Damen ist der TC Chiasso.

Alle bisherigen Meister und Meisterinnen IC NLA

Titelverteidiger setzt auf bewährte Kräfte
Der TC Genève Eaux-Vives bestreitet die diesjährige Meisterschaft mit denselben ausländischen Spielern, die im vergangenen Jahr mithalfen, den ersten Meistertitel seit 2016 zu gewinnen: Marco Trungelliti (N1.3/1, ARG), Daniel Masur (N1.3/2, GER) und Stefano Napolitano (N1.3/3, ITA). Dazu kommt der Genfer Davis-Cup-Spieler Johan Nikles (N1.6). Der zweite Genfer Davis-Cup-Spieler Antoine Bellier (N1.7) hat sich hingegen entscheiden, den Genfer Traditionsclub in Richtung TC Sonnenberg zu verlassen. Als Saisonziel haben sich die Westschweizer die Finalrunde zum Ziel gesetzt.

ATP-Nummer 53 am Start
Der TC Froburg Trimbach, Schweizermeister 2015, muss den Abgang seiner Schweizer Nummer 1, Sandro Ehrat (N1.4) verkraften. Verstärkt haben sich die Solothurner mit dem bestklassierten Spieler aller Teams, dem Spanier Pablo Andujar (N1.2, ESP). Der Sandplatzspezialist gewann 2014 das ATP-Turnier von Gstaad. Mit Pedro Martinez (N1.3/1, ESP), Kamil Majchrzak (N1.3/2, POL), Paolo Lorenzi (N1.3/3, ITA), Filip Horansky (N1.3/4, SVK), Carlos Taberner (N1.3/5, ESP) und Hugo Gaston (N1.3/6, FRA) haben die Trimbacher ein kompetitives Team am Start, das mit den jungen Schweizern Jonas Schär (N2.18, SUI) und Mischa Lanz (N2.24, SUI) ergänzt wird, und ebenfalls den Einzug in die Finalrunde anstrebt.

Kontinuität in Neuenburg 
«Erfahrungen sammeln» steht hingegen beim diesjährigen Team des CT Neuchâtel als Saisonziel. Sie setzen dabei auf Kontinuität mit ihren ausländischen Spielern, aber auch mit den beiden Neuenburgern Mirko Martinez (N2.19, SUI) und Siméon Rossier (N3.56, SUI). Die Neuenburger Nummer 1 ist Andrej Martin (N1.2, SVK), aktuell die Nummer 96 der Welt. Voraussichtlich die gesamte Saison verpassen wird ihr bester Schweizer Spieler, der Neuenstädter Damien Wenger (N1.8, SUI), der sich vor wenigen Wochen einen Bänderriss im Knöchel zugezogen hat.

Starke Zürcher
Bekannte Namen sind auch auf der Kaderliste der TC Seeblick, Meister der Jahre 2017 und 2018, zu lesen: Der in der Schweiz lebende Franzose Pierre-Hugues Herbert (N1.2, FRA) und der slovakische Davis-Cup-Spieler Martin Klizan (N1.3, SVK) stossen neu zu den Zürchern, die mit Alexander Ritschard (N1.4, SUI/USA), Marc-Andrea Hüsler (N1.5, SUI), Robin Roshardt (N1.9, SUI), Jakub Paul (N1.10, SUI) und Junior Dominic Stricker (N2.14, SUI) über ein starkes Kader verfügen und den anvisierten Einzug in die Finalrunde schaffen sollten.

Aufsteiger mit Ambitionen
Grosse Ambitionen hegt der TC Sonnenberg aus Zürich, der als Aufsteiger seine erste Saison in der Nationalliga A bestreitet, und sich gleich mit drei Mitgliedern des Securitas Swiss Davis Cup Teams verstärkt hat: Henri Laaksonen (N1.3/1, SUI), Sandro Ehrat (N1.4/2, SUI) und Antoine Bellier (N1.7, SUI) sind die bekannten Aushängeschilder, denen die beiden Franzosen Arthur Rinderknech (N1.3/2, FRA) und Manuel Guinard (N1.4/1, FRA) zur Seite stehen. Mit den jungen Laurin Aerne (N3.38, SUI), Maurus Malgiarita (N3.39, SUI), Gian-Luca Tanner (N3.45, SUI), Rony Martin (N4.140, SUI) und Maximilian Gatev (R1, SUI) bietet der TC Sonnenberg auch weiteren Schweizern eine Chance, NLA-Luft zu schnuppern.

GC verzichtet auf AusländerInnen
Komplett auf Schweizer Spielerinnen und Spieler setzt Rekordsieger Grasshopper ZH. Das Männerteam wird von der 18-jährigen Weltnummer 11 der Junioren, dem Zürcher Leandro Riedi (N2.12), angeführt. Auch die weiteren Top-Junioren Jeffrey von der Schulenburg (N2.15) und Jérôme Kym (N2.26) erhalten in diesem Team die Chance, in der höchsten Liga ihren Beitrag zu leisten. Unterstützung erhalten sie dabei von den erfahrenen IC-Spielern Raphael Baltensperger (N2.13) und Raphael Lustenberger (N2.28). Als Ziel hat sich der Rekordmeister die Teilnahme an der Finalrunde gesetzt.

Rekordmeisterinnen visieren Final an
Auch das Frauenteam von GC verzichtet auf ausländische Verstärkung. Angeführt wird es von Stefanie Vögele (N1.4), Simona Waltert (N1.5), Kathinka von Deichmann (N1.9, SUI/LIE) und Ylena In-Albon (N2.11, SUI). Neu dabei ist auch die 15-jährige Céline Naef (N3.26), die vor wenigen Tagen souverän U16-Schweizermeisterin geworden ist. Als einziges Team haben sich die Siegerinnen von 2018 den Finaleinzug zum Ziel gesetzt.

Die beste Schweizerin für den Titelverteidiger im Einsatz
Ebenfalls auf vorwiegend Schweizerinnen setzt der TC Chiasso: Mit Belinda Bencic (N1.1, SU) holt sich der Titelverteidiger die beste Schweizer Spielerin ins Team. Die Nummer 8 der Welt wird von Conny Perrin (N1.8, SUI) und den Tessinerinnen Susan Bandecchi (N1.10, SUI), Katerina Tsygourova (N4.47, SUI) und Livia Airoldi (N4.51, SUI) unterstützt. Auch Verena Meliss (N2.11, ITA) und Joanne Zueger (N2.14, SUI) gehören dem Team an, das den Finalrundeneinzug anstrebt.

TC Hörnli Kreuzlingen
Etwas wehmütig werden die Ostschweizerinnen wohl zu Gegner TC Weihermatt schielen, bei denen die Deutsche Laura Siegemund das Team anführt. Siegemund hatte während Jahren als erfolgreichste Spielerin das Team aus Kreuzlingen verstärkt. Von Titelverteidiger Chiasso zu Hörnli (zurück-)gewechselt haben Dalma Galfi (N1.6, HUN) und die Toggenburgerin Nina Stadler (N2.13, SUI), die mit ihren jungen Teamkolleginnen Nadine Keller (N3.25, SUI), Sophie Lüscher (N3.30, SUI) und Paula Cembranos (N4.73, SUI) und dem weiteren Neuzugang Karin Kennel (N2.15, SUI) ebenfalls die Finalrunde anstreben.

Das jüngste Team dieser Meisterschaften
Mit einem Altersdurchschnitt von knapp 17 ½ Jahren ist das Team aus Sursee mit Abstand das Jüngste in dieser Meisterschaft. Angeführt werden die Luzernerinnen neu von der 19-jährigen Leonie Küng (N1.6), die zu Beginn des Jahres ihren ersten WTA-Finaleinzug feiern konnte. Gespannt sein darf man auf den tschechischen «Sister Act» - Linda Fruhvirtova (N2.20, CZE) und ihre Schwester Brenda (N3.33, CZE). Die beiden sind erst 15, resp. 13 Jahre alt und wurden nacheinander am Les Petits As-Turnier in Tarbes Weltmeisterinnen. Während Linda in der Kategorie der U18-Jährigen bereits die Nummer 4 der Welt ist, gehört die jüngere der Fruhvirtova-Schwestern in der Kategorie der U14-Jährigen zu den Top-25 in Europa.

TC Weihermatt
Auf starke Ausländerinnen setzt der TC Weihermatt, der ebenfalls «nur» den Finalrundeneinzug als Saisonziel deklariert hat. Mit Laura Siegemund (N1.2, GER), Katarina Zavatska (N1.3, UKR), Julia Grabher (N1.8, AUT), Anna Bondar (N1.9 HUN) und der ehemaligen WTA-Nr. 48 Carina Witthöft (N1.10, GER) verfügen die Urdorferinnen über ein starkes Kontingent, ergänzt von den Schweizerinnen Jenny Dürst (N2.19, SUI), Bojana Klincov (N2.23, SUI), Fiona Ganz (N3.27, SUI), Chiara Grimm (N3.29, SUI) und Aline Thommen (N3.44, SUI).

Mit U18-Juniorenschweizermeisterin Granwehr
Fast ausschliesslich auf Schweizerinnen setzt der Aufsteiger aus Zofingen. Neben der Deutschen Carolina Werner (N2.11, GER) stehen auch Valentina Ryser (N2.12, SUI), die amtierende Juniorenschweizermeisterin U18 Alina Granwehr (N2.20, SUI), Svenja Ochsner (N2.21, SUI), Corina Mäder (N3.35, SUI) und Julie Schalch (N4.52, SUI) im Kader der Aargauerinnen, die ebenfalls den Einzug in die Finalrunde anstreben.

Die erste Runde
Am Dienstag, 28. Juli 2020, beginnt die neue Saison. Und es warten bereits in der ersten Runde einige spannende Duelle: So kommt es bei den Herren von GC gleich zur Wiederholung des letztjährigen Finals gegen Genève Eaux-Vives. Seeblick empfängt Sonnenberg, CT Neuchâtel das Team aus Trimbach. Bei den Frauen kommt es zum Duell zwischen dem TC Weihermatt und Titelverteidiger Chiasso, Zofingen empfängt GC und Hörnli Kreuzlingen trifft auf Sursee. Zuschauer sind an allen Spielorten gemäss geltenden Schutzkonzepten zugelassen. Bitte informieren Sie sich vorgängig bei den entsprechenden Heimclubs. Die Anzahl Zuschauer könnte beschränkt sein (kantonale Vorgaben), Maskenpflicht wäre auch möglich.

Finalrunde kehrt nach Winterthur zurück
Die Rado Interclub NLA-Meisterschaft endet mit der Finalrunde vom 8./9. August 2020 beim TC Winterthur, wo sie für zwei Jahre Halt machen wird. Partien der Finalrunde werden im Livestream via swisstennis.ch gezeigt.

Kaderlisten IC NLA
Spielplan IC-Meisterschaft NLA
Weitere Informationen zur NLA

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